Elektronikprobleme
(Infotainment-/Assitenzsysteme) bei Neufahrzeugen


Softwareprobleme sind seit Jahren bei vielen Neufahrzeugen verbreitet. 


Gemäß DAT-Report 2024 gaben 23 Prozent der Halter eines maximal drei Jahre alten Pkw Schwierigkeiten bei Infotainment, Konnektivität oder Assistenzsystemen an


(Quelle:https://www.autohaus.de/nachrichten/werkstatt/fahrzeugsoftware-wird-zum-problem-fehler-im-system-3484388).



Der APEAL-Studie des U.S.-Marktforschungsinstituts J.D. Power zufolge ist die Gesamtzufriedenheit der Kunden mit Neufahrzeugen in den letzten Jahren gesunken.


Bei der Studie wurden 2023 etwa 85.000 Eigentümer von Nufahrzeugen befragt. Lediglich 56 Prozent der Befragten benutzen das Infotainmentsystem nur, um Musik abzuspielen (Quelle: https://www.24auto.de/news/execution-infotainment-auto-umfrage-studie-j-d-power-aussendesign-automotive-performance-zr-92422482.html).


Frank Hanley, Senior Director für Auto-Benchmarking bei J.D. Power:


„Dieser Rückgang der Zufriedenheit sollte den Herstellern ein Warnsignal sein, dass sie besser verstehen müssen, was die Besitzer wirklich von ihren neuen Fahrzeugen erwarten.“ (Quelle: www.auto24.de, s.o.).







Assistenzsysteme

Der Ausfall von einzelnen Assistenzsystemen und der Totalausfall von Systemen wird immer mehr zum Problem vor allem der deutschen Autohersteller.



Einer Umfrage des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zufolge gaben von 700 Kfz-Betrieben und -Meister etwa zwei Drittel an, dass sich Kundinnen und Kunden schon einmal über nicht oder schlecht funktionierende Fahrassistenzsysteme beschwert hätten (Quelle: https://www.zeit.de/mobilitaet/2024-05/assistenzsysteme-autos-sicherheit-risiko-autofahrer).


Beispielsweise gebe die Verkehrszeichenerkennung falsche Tempolimits an, der Notbremsassistent reagiere mit erratischen Bremsmanövern, ausgelöst durch beschleunigende Fahrzeuge auf der Nebenspur und der Spurhalteassistent führe eine "gefährliche Lenkkorrektur" durch (Quelle: www.zeit.de, s.o.).


Ab 7. Juli 2024 werden bei Neuwagen bestimmte Assistenzsysteme Pflicht.  Jeder Neuwagen muss mit einem Geschwindigkeitsassistenten ausgestattet sein, der optisch und akustisch bei Überschreitung der Geschwindigkeit warnen. Weiterhin ist ein Müdigkeits- und Aufmerksamkeitswarner, ein Rückfahrassistent, ein Notbremsassistent und ein aktiver Spurhalteassistent vorgeschrieben.


Die Probleme mit der Elektronik der Fahrzeuge werden voraussichtlich noch zunehmen.
Grund hierfür ist die EU-Verordnung Nr. 2019/2144 über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern sowie von Systemen, Bauteilen und selbstständigen technischen Einheiten für diese Fahrzeuge im Hinblick auf ihre allgemeine Sicherheit und den Schutz der Fahrzeuginsassen und von ungeschützten Verkehrsteilnehmern“  (Quelle: www.stern.de/auto/ratgeber). Betroffen sind nicht nur neu zugelassene Pkw, sondern auch leichte Nutzfahrzeuge.

Infotainmentsysteme

In den Medien wird über Probleme des VW-Konzerns zu Infotainmentsystemen berichtet.
Die Sendung des Südwestrundfunks (SWR) - Marktcheck berichtet am 27.02.2024:


"Software-Update verschlimmert die Probleme
Erst ein halbes Jahr später wird ein Software-Update aufgespielt. Die Probleme sind dadurch allerdings nicht beseitigt, im Gegenteil. Es sei zu immer mehr Navi-Ausfällen gekommen, erzählt Schornstein. Das Radio sei teilweise nicht nutzbar gewesen und wenn man den Schlüssel abgezogen habe, sei das Infotainment angeschaltet geblieben.

 
Viele VW-Marken von Elektronikproblemen betroffen
Theo Schornstein ist mit seinem Problem nicht allein. Im Internet finden sich jede Menge Beschwerden frustrierter Autobesitzer, die mit Infotainmentproblemen zu kämpfen haben. 



Die Probleme gibt es auch bei anderen Marken aus dem VW-Konzern: Skoda, Audi, Volkswagen. Alle nutzen das gleiche Elektronik-System, den „Modularen Infotainment-Baukasten“ MIB. Und der fällt immer wieder aus: Monitore frieren plötzlich ein oder springen gar nicht erst an - oder sie fangen im Betrieb an zu flimmern.




Automobilwissenschaftler und Branchenexperte Stefan Bratzel hat dafür eine Erklärung. Die Autohersteller kämen mit der Software-Entwicklung nicht hinterher. Die hohe technische Komplexität, der Kostendruck und kurze Entwicklungszeiten würden immer häufiger zu Qualitätsproblemen führen.


Mit jeder neuen Fahrzeuggeneration steckt noch mehr Software im Auto. „Wenn man die Software-Entwicklung nicht im Griff hat, dann hat man ein Riesenproblem“, so Bratzel. Denn die Breite des Infotainments wachse und es werde zum kaufentscheidenden Merkmal. „Wenn das nicht funktioniert mit eigenen entsprechenden Entwicklungsabteilungen, braucht man tiefgehende Kooperationen.“, analysiert Bratzel.






VW will Software selbst entwickeln

Allerdings tut sich der VW-Konzern schwer, mit Partnern aus der IT-Welt zu kooperieren. Die Software-Entwicklung wolle man aus eigener Kraft stemmen, heißt es vom Konzern. Doch die Entwicklung kommt trotz milliardenschwerer Investitionen seit Jahren nicht wie gewünscht voran. Die Software-Probleme sind markenübergreifend so eklatant, dass VW-Chef Herbert Diess im Spätsommer 2022 unter anderem auch deswegen seinen Stuhl räumen musste.


Mängel bei VW sind teils sicherheitsrelevant
Dabei geht es keineswegs nur um streikende Navis oder flimmernde Bildschirme. Auch in Assistenzsystemen macht sich das Fehlervirus bei den VW-Marken offenbar breit und wird damit zum echten Sicherheitsproblem. Benutzer berichten von Ausfällen der Notbremsfunktionen und Spurhalteassistenten, Fehlern bei der Verkehrs­zeichen-Erkennung.


Wieso bekommt der VW-Konzern das Problem nicht in den Griff?  Auf Anfrage erklären Seat und die VW-Zentrale, man habe Fahrzeuge in einem großen Schritt digitalisiert und damit einen grundlegenden technologischen Umbruch vollzogen. Das sei nicht „gänzlich problemfrei“ gelaufen. Der Konzern räumt auch ein, dass er bislang nicht in jedem Einzelfall helfen konnte.


Doch er verspricht:
„Wir gehen jedem Punkt sorgfältig nach und überprüfen Umstände, mögliche Ursachen und Abhilfemaßnahmen gründlich.


Kunden haben Rücktrittsrecht


Seat-Fahrer Theo Schornstein will nicht warten, bis der VW-Konzern die Probleme gelöst hat. Er verhandelt seit einigen Monaten mit seinem Seat-Vertragspartner über die Rückabwicklung seines Leasingvertrags. Der Händler sperrt sich, dabei steht das Recht auf der Seite des Kunden.


Betroffene, egal ob Käufer oder Leasingnehmer, müssten mehrere erfolglose Nacherfüllungen keineswegs akzeptieren, erklärt der Stuttgarter Fachanwalt für Verkehrsrecht, Christian Steffgen.


Mit einer Reform des Schuldrechts habe der Gesetzgeber die Verbraucherrechte gestärkt. Kunden müssten Händler jetzt nur noch ein Mal zur Nachbesserung auffordern und auch keine feste Frist mehr setzen, so Steffgen. Wenn der Händler nach einer angemessenen Zeit – in der Regel etwa zwei Wochen – das Problem nicht behoben habe, sei der Kunde zum Rücktritt berechtigt.


Neuwagen und Leasingfahrzeuge können zurückgegeben werden.


Damit hätten zahllose Kunden mit einem mangelhaften Infotainmentsystem das Recht, ihr Auto zeitnah wieder zurückzugeben, sofern der Fehler nicht behoben wird.  In der Regel werden in so einem Fall die geleisteten Leasingraten erstattet und mit einer Nutzungsentschädigung verrechnet.
Auf diese Lösung hat sich schließlich auch das Autohaus von Theo Schornstein eingelassen – Dank seiner Hartnäckigkeit kann er den Leasingvertrag jetzt rückabwickeln. "



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